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Doppelte Haushaltsführung – Einrichtung absetzbar | 30.08.2019

Doppelte Haushaltsführung – Einrichtung absetzbar

Nicht selten müssen Steuerpflichtige aus beruflichen Gründen eine sogenannte doppelte Haushaltsführung gründen, wenn sie in einem anderen Ort als dem Wohnort arbeiten. Sie liegt nach deutschem Einkommenststeuerrecht vor, wenn ein Arbeitnehmer außerhalb des Ortes seiner ersten Tätigkeitsstätte einen eigenen Hausstand unterhält und auch am Ort der ersten Tätigkeitsstätte wohnt.

Die doppelte Haushaltsführung muss stets beruflich veranlasst sein. Berufliche Gründe liegen vor, wenn der Arbeitgeber den Umzug vorgibt, zum Beispiel um die stetige Einsatzmöglichkeit des Arbeitnehmers zu gewährleisten, bei Werks- oder Dienstwohnungen, aber auch wenn die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (zum Beispiel in einer Großstadt) erheblich verringert wird, sowie bei Betriebsverlagerung. Keine berufliche Veranlassung liegt vor, wenn eine neue Wohnung oder das eigene Haus bezogen wird, weil sich die Familie vergrößert hat.

Zu den notwendigen Mehraufwendungen bei der doppelten Haushaltsführung, die als Werbungskosten oder Betriebsausgaben berücksichtigt werden können, zählen insbesondere Aufwendungen für wöchentliche Familienheimfahrten, (zeitlich befristete) Verpflegungsmehraufwendungen und die notwendigen Kosten der Unterkunft am Beschäftigungsort.

Als Unterkunftskosten können im Inland die tatsächlichen Aufwendungen für die Nutzung der Unterkunft angesetzt werden, höchstens jedoch 1.000 € im Monat. Mit seiner Entscheidung vom 4.04.2019 stellt der Bundesfinanzhof (BFH) fest, dass von der Deckelung auf 1.000 € aber Aufwendungen für Haushaltsartikel und Einrichtungsgegenstände nicht umfasst sind, da diese nur für deren Nutzung und nicht für die Nutzung der Unterkunft getätigt werden. Die Nutzung der Einrichtungsgegenstände ist nicht mit der Nutzung der Unterkunft als solcher gleichzusetzen. Derartige Aufwendungen sind daher – soweit sie notwendig sind – ohne Begrenzung der Höhe nach abzugsfähig für die doppelte Haushaltsführung.

Anmerkung: Mit diesem steuerzahlerfreundlichen Urteil in Bezug auf die doppelte Haushaltsführung, stellt sich der BFH gegen die Auffassung der Finanzverwaltung.

Quelle: Das Wichtigste – Informationen aus dem Steuerrecht – Ausgabe August 2019, HEHN Steuerberatungsgesellschaft Hohen Neuendorf mbH, http://www.hehn.de.

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