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Einseitige Provisionslast für Käufer endet | 20.08.2019

Einseitige Provisionslast für Käufer endet

Der Koalitionsausschuss hat das Wohnpaket beschlossen, die Provisionsteilung soll zum gesetzlichen Leitbild werden. D. h. für den Fall, in dem Verkäufer und Käufer beide Auftraggeber sind, könnte die Teilung der Provision kommen. Damit bliebe die Doppeltätigkeit für den Makler (Tätigwerden für Verkäufer und Käufer) erhalten, was eine gute Nachricht für Verbraucher ist. Der Kern der Neuregelung besteht darin, dass derjenige, der den Immobilienmakler zuerst beauftragt hat, mindestens so viel an Erfolgsprovision leistet, wie der andere.

Die Große Koalition hat sich für die Provisionsteilung ausgesprochen. Nun wird ein Gesetzentwurf vorbereitet, der das parlamentarische Verfahren durchlaufen muss. Dieser Prozess wird sich voraussichtlich bis 2020 hinziehen, sodass davon auszugehen ist, dass die Regelung frühestens Mitte 2020 in Kraft tritt, vorausgesetzt, die Große Koalition hält. Bei der Ausgestaltung des Gesetzes gibt es aber noch viele Fragen zu klären, z. B. um etwaigen Einschränkungen durch die Hintertür vorzubeugen.

In den Bundesländern Berlin und Brandenburg ist bisher die reine Käuferprovision in Höhe von 7,14 Prozent (6% zzgl. 19% Mehrwertsteuer) für zum privaten Verkauf stehender Wohnimmobilien “marktüblich”. Bereits jetzt sollten Kaufinteressenten bei Angeboten mit reiner Käuferprovision und mit Blick auf die zukünftige Gesetzgebung auf die Provisionsteilung bestehen oder bis zur Einführung der neuen Regelung warten.

Mit der neuen Regelung liese sich viel Geld beim Immobilienerwerb für Käufer als bisher einsparen. Bei einer Wohnimmobilie mit einem Kaufpreis von rund 500.000 € entspräche das Einsparpotential für den Käufer rund 18.000 € an erfolgsabhängiger Maklerprovision. Für Verkäufer bedeutet dies jedoch das Ende, bisher Beratung und aufwändige bzw. teure Dienste eines Maklers frei Haus in Anspruch nehmen zu können.

Es ist zu erwarten, dass Immobilienverkäufer daher zukünftig genauer bei Einschaltung eines Immobilienmaklers auf die Leistungen des Maklers achten werden. Der regional arbeitende Makler mit Büro und persönlichem Kontakt, sowie mit seinen langjährigen Erfahrungen in Bezug auf den regionalen Immobilienmarkt, rückt wieder ins Zentrum und bedeutet für Eigentümer die erste Wahl bei Verkauf & Vermietung.

Übersicht der Maklerprovision 2019 nach Bundesländer (Verkauf von Wohnimmobilien)
(Provisionswerte inkl. 19% Mehrwertsteuer, Nettoprovisionen zzgl. 19% MwSt. in Klammern)

Bundesland Maklerprovision Anteil Verkäufer Anteil Käufer
Baden-Württemberg 7,14% (6%) 3,57% (3%) 3,57% (3%)
Bayern 7,14% (6%) 3,57% (3%) 3,57% (3%)
Berlin 7,14% (6%) 7,14% (6%)
Brandenburg 7,14% (6%) 7,14% (6%)
Bremen 5,95% (5%) 5,95% (5%)
Hamburg 6,25% (5,25%) 6,25% (5,25%)
Hessen 5,95% (5%) 5,95% (5%)
Mecklenburg-Vorpommern 5,95% (5%) 2,38% (2%) 3,57% (3%)
Niedersachsen 5,95% – 7,14% 0 – 3,57% 3,57% – 5,95%
Nordrhein-Westfalen 4,76% – 7,14% 3,57% (3%) 3,57% – 4,76%
Rheinland-Pfalz 5,95% – 7,14% 3,57% (3%) 3,57% – 5,95%
Saarland 7,14% (6%) 3,57% (3%) 3,57% (3%)
Sachsen 7,14% (6%) 3,57% (3%) 3,57% (3%)
Sachsen-Anhalt 7,14% (6%) 3,57% (3%) 3,57% (3%)
Schlesweig-Holstein 7,14% (6%) 3,57% (3%) 3,57% (3%)
Thüringen 7,14% (6%) 3,57% (3%) 3,57% (3%)
Quelle: IVD Tabelle. Alle Angaben ohne Gewähr – Irrtum vorbehalten!