Wohnimmobilien teurer

Wie ein Vergleich der beiden ersten Quartale für 2019 und 2020 für Deutschland ergab, lagen die Preise für Wohnimmobilien – Häuserpreisindex – in diesem Jahr um 6,8 Prozent höher. Die Verteuerung betrifft sowohl Wohnimmobilien in der Stadt als auch auf dem Lande.

In den größten Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf) zogen die Preis für Einfamilienhäuser und Zweifamilienhäuser um 9,5 Prozent an. Eigentumswohnungen waren 7,4 Prozent teurer als im Quartal des Vorjahres 2019.

In Großstädten ab 100.000 Einwohner zogen die Preis für Häuser um 8,3 Prozent und für Eigentumswohnungen um 9,3 Prozent an. Selbst in ländlichen und eher dünn besiedelten Regionen, wurden Wohnimmobilien im Durchschnitt für Häuser 6,1 Prozent und für Eigentumswohnungen 4,9 Prozent teurer.

Warum werden Immobilien teurer?

Als Gründe für den Anstieg werden immer wieder niedrige Zinsen, die gute Konjunktur, das Wachstum der Bevölkerung und die Verteuerung von Bauland genannt. Allein zwischen 2008 und 2018 sind die Preise für Immobilien in Deutschland um fast 50 Prozent gestiegen.

Wer profitiert von den steigenden Immobilienpreisen?

Besonders die Immobilienbesitzer profitieren davon, dies verstärkt bei der Vermögensverteilung die Ungleichheit. Die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung in Deutschland besitzen mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens (56 Prozent), während die andere Hälfte nur einen Anteil  von 1,3 Prozent besitzt.

Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung führen dies auf ein ungleich verteiltes Immobilieneigentum zurück: Die zwischen 1940 und 1950 im Westen geborenen Eigentümer, verfügen im Durchschnitt über besonders viel Vermögen und vererben es weiter. Gleichzeitig schaffen es Mieter*innen immer seltener, in die eigene Immobilie zu ziehen.

Welche Bevölkerungsgruppe ist am stärksten betroffen?

Insbesondere für junge Menschen erschwert sich zunehmend der Zugang zur eigenen Wohnimmobilie enorm. In Deutschland liegt der Anteil der Haushalte mit eigener Wohnung oder eigenem Haus weiterhin bei konstant 45 Prozent. In den Niederlanden beispielsweise bei 68,9 Prozent, in Österreich bei 55,4 Prozent, in Polen sogar 84 Prozent (2018).

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